Meditative Besinnung, Entspannung und bewusstes Atmen, Öffnen des Energieflusses, Bewegung, Augenkontakt und Berührung, Halten und Gehaltensein, über die Sinnlichkeit zur Sinnfindung.

MTK-BODYENERGETICS
Meditativ-tantrische Körpererfahrungen

- Einzel und Partnerübungen -

meditativ (Entspannung, Stille, Gedanken loslassen, dynamische Meditationen)
tantrische (Atemübungen, Massagen, Energieaustausch)
Körpererfahrungen (Blockaden erspüren und lösen durch bioenergetische und biodynamische Übungen)

 jeden vierten Dienstag im Monat um 20 Uhr
(wo?, wann?)

Koordination: Ines Kaiser
(Anmeldung unter link erforderlich)



Stufen der meditativ-tantrischen Körpererfahrung

Offenheit – Akzeptanz – Hingabe - Liebe
 

1. Stille
(Moment der meditativen Besinnung)
2. Bewegung
(Körperblockaden lösen, z.B. Tanz)
3. Atmung
(bewusstes Atmen)
4. Tönen
(Öffnen des Energieflusses)

Partnerübungen:

5. Augenkontakt
(Energieaustauschübungen)
6. Berührung
(Einfühlsamer Kontakt, z.B. Massage)
7. Gehaltensein
(Gemeinsames Nachfühlen)
 

Die gemachten Erfahrungen sollen helfen im Hier und Jetzt zu verbleiben.
Es gilt den Zugang zu seinem inneren Kern zu finden.
Hier wird die Einheit der Wirklichkeit spürbar und zum lebendigen Erlebnis.
Eine Übertragung in den Alltag wird angestrebt.


MEDITATIV-TANTRISCHE KOERPERERFAHRUNG oder
« Warum lieben wir uns nicht einfach ? »
 

Die MTK-Gruppe  „Meditativ-Tantrische Körpererfahrung“  findet im 14-tägigem Rhythmus, am zweiten Freitag und am vierten Mittwoch des Monats, in Goetzingen (2, rue de Windhof, Haus Stauder, gegenüber der Kirche, Torbogen, Türe rechts, 2. Stock)statt . Alfred Groff einer der beiden Koordinatoren dieser Gruppe beantwortet im Folgenden einige Fragen zu diesem Thema.
 

? Was ist denn der Unterschied zwischen Körperarbeit und Körpererfahrung ?

A: Körper-Arbeit kann leicht als etwas „angestrengt tun müssen“ missverstanden werden, aber die Erfahrung sollte vielmehr ein Zulassen sein. Man sollte sich nicht verkrampfen um sich zu entspannen, es darf nicht so sein, wie manche Pazifisten zu sagen pflegen: „Fighting for peace is like fucking for virginity“

? Gut.  Erfahrung statt Arbeit - aber was bedeutet meditativ-tantrisch ?

A: Das Wort Meditation kommt vom lateinischen “meditare”, wobei "medi" die Mitte bedeutet und "tare" bleiben, also zu seiner Mitte kommen und dort verweilen. Eine meditative Erfahrung ist also eine Erfahrung unseres inneren, transpersonalen oder göttlichen Kerns. Das Sanskritverb "tan" heisst ausbreiten, ausdehnen und "tra" bedeutet, dass etwas für eine andere Sache geeignet ist. [So ist ein Mantra (man: denken) gut für das Denken, ein Yantra (yan: halten) gut zur Stütze] Tantra ist also etwas, das die Ausdehnung fördert, und zwar zur Ausdehnung der feinstofflichen Körper; es meint aber gleichzeitig, diese Ausdehnung selbst, und obendrein bezeichnet es auch ihre Wirkung. Es geht also um ein Paradox: zentrieren und gleichzeitig ausdehnen. Man kann das in dem Sinne verstehen, dass das innere Göttliche und das äussere Göttliche identisch ist.  In der Gruppe wird tantrisch auch ganz einfach im Sinne  einer Offenheit für die Hingabe und Akzeptanz dessen was im Hier und Jetzt „ist“, verstanden. Durch das Üben mit einem Gegenüber wird versucht die Energie zu spüren, die sich über den Andern hinaus ausweiten kann, zu einer Art Liebe zum Ganzen, an dem wir teilhaben.

Andere  Definitionen von Tantra betonen den Aspekt der Freiheit, so z.B. Daniel Odier der meint „Der echte Tantrismus ist ein Weg der absoluten Liebe, der zur Freiheit des Seins führt.“ Der Weg des Tantra stellt auch viele gesellschaftliche Tabus in Frage. Darum wird er auch manchmal als impulsive , unkontrollierte Ausschweifung missverstanden, während es in Wahrheit nur darum geht, die Spontanität einzuüben und sie über die Eliminierung unbefriedigter Bedürfnisse zu erreichen.

? Manche Menschen verstehen unter Tantra Sexualität mit einem „östlichen Touch“. Geht es in der Gruppe auch um Sexualität ?

A: In unserer Gesellschaft sind wir nahezu überschwemmt von visuellen und verbalen Formen von Sex, was uns, meiner Meinung nach, aber kaum geholfen hat eine weiterentwickelte Form der Sexualität zu leben.  Innerliche Verklemmtheit oder rein auf den Unterleib zentrierte Sexualität, sind  sehr verbreitet. Sexuelle Energie ist eine Grundenergie die in jedem Menschen vorhanden ist. Nach meinem Verständnis der  tantrischen Praxis geht es darum, die sexuellen Gefühle als etwas Natürliches zu erleben, die sexuelle Energie als Lebenskraft zu erfahren und sie in alle Bereiche unseres Lebens zu leiten, das kann zum Beispiel auch ganz einfach heissen die Lebens-Lust zu aktivieren. Diese Aspekte sollen in den Gruppen natürlich nicht ausgeklammert werden.

? Was sind denn die Hauptansatzpunkte zur Erreichung der angestrebten Erfahrungen ?

A: Da sehe ich zumindest vier Aspekte : Zunächst die Aspekte „Meditation“ und „Beziehung“. Dazu kommen noch zwei „Körperaspekte“ Zunächst der körperdynamische, d.h. wir setzen bei unserem physischen Körper an. Wir sehen zum Beispiel ob wir gut geerdet sind, also ob wir mit beiden Füssen auf der Erde stehen, und welche Verspannungen und Blockaden wir spüren. Der Mensch besteht aber neben seinem physischen auch noch aus weiteren feinstofflichen Körpern, und dieser weniger sichtbare Aspekt darf auf keinen Fall ausser Acht gelassen werden, wenn man einen integralen, das heisst ganzheitlichen Weg der Entwicklung gehen möchte.

? Wie kann man sich die angebotene Abendgruppe noch konkreter vorstellen?

A:  Es ist vorgesehen die Erfahrungen in mehrere Stufen zu gliedern, zunächst einige individuelle Stufen, dann weitere mit einem Partner. Es beginnt jeweils mit einer Zeit der Stille, der meditativen Besinnung, des Ankommens und Loslassens des Alltags. Dann folgt Bewegung und Lockerung des Körpers z.B. durch tanzen. Anschliessend wird bewusstes Atmen geübt. Tönen, also Arbeit mit der Stimme, kann das Öffnen des Energieflusses unterstützen. Bei den Paarübungen wird zunächst Kontakt über die Augen aufgenommen. Nach diesem bewussten Wahrnehmen des Gegenübers, können je nach den Bedürfnissen Energieaustausch-Übungen, Kontaktaufnahmen durch Berührung, z.B. verschiedene Formen der Massage und ein gemeinsames nachfühlendes stilles Gehaltensein gelebt werden. Ein abschliessender verbaler Austausch kann den Abend abrunden.

? Mit dem Ziel ....

A: Die Erfahrungen sollen helfen im Hier und Jetzt zu verbleiben. Es gilt den Zugang zu seinem inneren Kern zu finden. Hier wird die Einheit der Wirklichkeit spürbar und zum lebendigen Erlebnis. Es ist ebenfalls ein Ziel die gemachten Erfahrungen im Alltag zu leben.

? Oft werden drei Grundrichtungen der Bewusstwerdung genannt: der Herzens-Weg der Hingabe, der Verstandes-Weg des Wissens und der Hand-Weg der Handlung. Beim Tantra wird ja immer vor allem den Aspekt der Hingabe hervorgehoben. Ist dieser Weg für jeden gleich gut geeignet ?

A: Durchaus nicht. Es gibt sicher Menschen, die die eine oder andere Grundrichtung als geeigneter für sich erleben. Es kann natürlich auch sein, dass sich für manche alle drei Wege optimal ergänzen. Und dafür  gibt es zum Beispiel folgende MTK-Gruppen: „Erkenntnis und Schulungsweg“ und „Initiative MTK-IDEE“. Letzteres ist ein Weg der Tat,  ersteres ein Weg des Wissens, indem das Denken geisteswissenschaftlich erforscht wird. Genau wie beim Weg der Hingabe, steht hier die Einbeziehung der feinstofflichen Körper, mit dem Ziel der individuellen Freiheit, im Mittelpunkt . Nur die Herangehensweise ist eine andere.

? Warum lieben wir und nicht einfach ?

A: Ich denke, dass es existenziell wichtig ist, dass wir lernen uns selbst zu akzeptieren, uns anzunehmen wie wir nun einmal sind. Das ist gesunder Egoismus, denn ohne diese „Eigenliebe“, denke ich, ist „echte Liebe“ zu den Mitmenschen und zur Schöpfung nicht möglich. Es ist der Ausgangspunkt um die Kraft zu finden zu einem Entwicklungsweg und zur Bearbeitung der Schwächen, die wir alle in irgendeiner Form verspüren. Dazu ein kleinen Beitrag zu leisten soll in der Gruppe versucht werden.

(Alfred Groff)