Grundrechte und  Kommunikation als Hilfe zum Bewusstseinswandel.
 

In der MTK-Infoausgabe 35 wurde  die „Meditativ-Tetraedrische Kreativitätsübung“, in No 36 das „Doppeltetraeder als Vorstellungsmodell des Menschen“ als Impuls zur individuellen und sozialen Entwicklung und in No 37 als Impuls zum Dialog vorgestellt (http://www.demokratie.lu/tetraeder.html). In der Ausgabe No 40 gab es weitere Überlegungen in der tetraedrischen Ecke. Die Seitenkanten des unteren Tetraeders standen dabei für das kulturelle, staatliche und wirtschaftliche Leben der Gesellschaft, die Basiskanten für die Geldzirkulation. Wie dieses untere Tetraeder, als Landkarte eines Menschen, der sich in Sachen Dreigliederungsbestrebungen im globalen Zeitalter engagiert, inspirieren kann, lautete die anschließende Frage. Das Thema  wird ausführlicher im  kürzlich erschienenen Buch „Dreigliederungsimpulse für die Demokratie“ (www.mtk.lu/bod.html : ISBN 978-3-8370-6719-4)  behandelt. Im folgenden Beitrag steht nun, bei der Betrachtung des unteren „sozialen“ Tetraeders, das Thema Grundrechte und Kommunikation im Mittelpunkt.

Damit das zukünftige Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft optimaler funktionieren kann, könnten folgende drei Grundrechte eine sinnvolle Basis seines Mitwirkens in den kulturellen, staatlich-rechtlichen und wirtschaftlichen Bereichen darstellen:

· eine multi-perspektivistische Bildung
· eine direkt-demokratische Mitbestimmung
· ein bedingungsloses Grundeinkommen

Der Mensch betritt diese Welt als ein fähiges und bedürftiges Wesen. Seine Fähigkeiten kann er aber nur für sich und seine Mitmenschen nutzen, wenn sie zu ihrem vollen Potenzial  ausgebildet werden. Seine Ausbildung sollte also vordergründig diesem Zwecke nutzen. Dabei sind alle Wirklichkeitsdimensionen zu berücksichtigen: die inneren und äußeren Aspekte, sowie die individuellen und kollektiven Aspekte eines jeden Phänomens erschließen die umfassende, ganzheitliche Wirklichkeit. Das ist eine wesentliche Basis einer multi-perspektivistischen Sichtweise bei der Grundausbildung des Menschen, wie auch bei der Weiterbildung zur Förderung seiner Entwicklung und seines freien Denkens.

Der ausgebildete Mensch kann seine Fähigkeiten zur Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für das Zusammenleben nur sinnvoll einsetzen, wenn er auf der politischen Ebene auch das Recht hat, direkt-demokratisch mitzubestimmen. Wenn mündige Bürger in dieser oder jener Sachfrage selbst entscheiden wollen, müsste Informationsfreiheit und gleichberechtigter Zugang zu den Medien gewährleistet sein. Es kann zu einem optimalen Umfeld für eine Entscheidung kommen, wenn alle an der Frage interessierten Menschen, inklusive der Experten jeglicher Couleur,  miteinander die Vor- und Nachteile der Entscheidung erwägen können. Demagogie hätte da keine Chance mehr.

Eine menschengerechte Wirtschaft hat die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen zum Inhalt. Auch in der globalisierten Wirtschaft, wo fast jeder für Andere arbeitet,  sollten alle Menschen ihre Fähigkeiten frei assoziativ unter bestmöglichen Bedingungen einbringen können. Damit dies ohne Angst, eigene Grundbedürfnisse nicht erfüllen zu können, möglich ist, sollte jedem Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen zustehen. Alle wirtschaftlichen Produkte und Dienstleistungen beruhen auf der Bearbeitung der Natur und dem Einsatz menschlicher Fähigkeiten, die beide der Menschheit bedingungslos geschenkt werden. Nimmt man die Fähigkeiten der Menschen ernst, dann ist das bedingungslose Grundeinkommen dazu der adäquate Kredit.

Geldzirkulation erleben wir heute vor allem in einer „krankhaften“ Version von finanziellen Seifenblasen, die platzen, auch weil die meisten Menschen  den Begriff Geld nie wirklich hinterfragen. Im Gegensatz dazu stehen positive Ansätze auf der Basis einer „gesunden“ Denkweise, wie zum Beispiel die von  Tauschbörsen und Regiogeldern (Komplementärwährungen), von Geldnutzungsgebühr (Zinsproblematik) und Bodenpacht (Bodeneigentumsfrage), von Maximaleinkommen und Kapitalakkumulationsgrenze, von Bildungsgutscheinen, von Steuerreformen (Konsumsteuer als einzige Steuer, Spekulationssteuern, Steuerzuweisungsfreiheit) oder von Triple-Budgetierung (ökonomische, ökologische und soziale Verträglichkeit).

Geld hat das Potenzial, ein Mittel der Kommunikation und der Transformation zu sein. Viele Philosophen, Neurophysiologen, Astrophysiker, Systemtheoretiker, Theologen oder Soziologen  sind sich heutzutage darin einig, dass kollektive Bewusstseinsevolution nicht ohne Kommunikation als Medium der Transformation denkbar ist. Das heißt konkret: der Mensch begreift die grundlegende Verbundenheit des Lebens als systemisches Netzwerk und kommuniziert mit Umwelt und Mitmenschen aus einem universellen Bewusstsein oder einem kosmisch zentrierten multiperspektivistischen Bewusstsein heraus. Manche mögen dies auch schlicht als Akt der echten Liebe bezeichnen. Diese Bewusstseinsevolution in Richtung immer umfassenderer Vernetzungen der globalen Kommunikation, kommt an der Integration oft ins Abseits gedrängter Themen, mit einseitiger Verhärtung oder Auflösung, nicht vorbei. Physiologisch spiegelt sich dieser Evolutionsprozess in zunehmend komplexeren neuronalen Gehirnverschaltungen. Die Geldzirkulation und unser persönlicher Beitrag dazu, kann dabei als optimales Übungsfeld dienen.
 

                                                                                                      Alfred Groff