« EAPN Lëtzebuerg », Initiative von betroffenen und
solidarischen Bürgern gegen Armut und für Integration hat in
Zusammenarbeit mit « MTK-IDEE », der Initiative für
direkte Demokratie, für eine freie individuelle Entfaltung und für
eine solidarisch-ökologische wirtschaftliche Entwicklung, einen
ersten luxemburgischen Beitrag im Internetforum des europäischen Konventes
eingebracht.
Der Beitrag trägt den Titel „Der Mensch, die Gesellschaft und
das Geld“ und hat folgenden Wortlaut (http://europa.eu.int/futurum/forum_convention/index_de.htm)
:
„Der Mensch ist ein Ganzes als Individuum und gleichzeitig ein Teil der vernetzten und arbeitsteiligen Gesellschaft. Daher ist es für ihn notwendig und von Nutzen, sowohl für die Entfaltung seines individuellen kreativen Potentials, als auch zum Wohle des sozialen Ganzen, d.h. für die seelisch-körperlichen Bedürfnisse aller anderen Menschen zu arbeiten. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst ! Indem du für ihn sorgst und er für dich, bedeutet es gerechtes Geben und Nehmen. Das Bewusstsein, für die eigenen Fähigkeiten, deren Erweiterung und Nutzung, sowie das Bewusstsein für das soziale Ganze und dessen Interdependenz sind erforderlich.
In der heutigen arbeitsteiligen Gesellschaft, in der es nicht mehr klar feststellbar ist, wer welchen Teil eines Produktes erarbeitet hat, an dem direkt oder indirekt unzählige Menschen mitgearbeitet haben, darf es keinen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und Arbeit mehr geben. Daraus ergibt sich eine dringend erforderliche Änderung des bestehenden Geldsystems. Menschliche Fähigkeiten sind keine verkaufbare Ware.
Wie im menschlichen Körper verschiedene Systeme (Atemkreislauf, Blutkreislauf, Nervensystem …) autonom und doch als Ganzes funktionieren, so können auch in der Gesellschaft autonome Bereiche mit ihren jeweiligen « Organen » sich gleichberechtigt und komplementär entfalten. Das Geld muss in dieser Gesellschaftsordnung eine absolut dienende statt eine vom Profit gesteuerte Funktion haben.
Durch folgende anzustrebende Entwicklungen können mehr Demokratie, Transparenz und Leistungsfähikeit (Laeken) erreicht werden (Links: www.mtk.lu/idd):
Bereich KULTUR und BILDUNG
Gesellschaftliche Ebene: FREIHEIT in Form selbstverwalteter Initiativen
der Zivilgesellschaft im Kultur- und Bildungsbereich (Religion, Erziehung,
Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kunst, …)
Individuelle Ebene: Sinnvolle Entfaltung des kreativen Potentials
zur Verantwortungsübernahme für das soziale Ganze (statt für
Partikularinteressen: Parteien, Nationen, Familienclans, Konzerne ...)
Finanzielle Ebene: Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Einzelnen
zur Absicherung der Grundbedürfnisse (dazu Bildungsgutscheine für
Alle)
Bereich STAAT und RECHT
Gesellschaftliche Ebene: GLEICHHEIT durch direkte Demokratie als
Ergänzung der parlamentarischen Demokratie im staatlich-rechtlichen
Bereich der Gesetze und deren Sicherung: (a)Volksinitiative, (b) Volksbegehren,
(c) Volksentscheid
Individuelle Ebene: (a) den Vorschlag innerlich auf seine Stimmigkeit
prüfen (b) äusserlicher gleichberechtigter Argumentenaustausch
durch Information und Kommunikation (c) die persönliche Entscheidung
Finanzielle Ebene: Klärung des Geldbegriffes und Regelung der
Geldfunktionen (z.B. Spekulations-, Zins- und Steuerproblematik)
Bereich WIRTSCHAFT
Gesellschaftliche Ebene: BRÜDERLICHKEIT, Solidarität, Gemeinnützigkeit
und Assoziationen (statt privatem Profit und gegenseitiger Bekämpfung
) im Bereich der seelisch-körperlichen Bedürfnisbefriedigung
Individuelle Ebene: Am Gemeinwohl orientierte Arbeit jedes Einzelnen
für erforderliche Waren und Dienstleistungen
Finanzielle Ebene: Geldverteilung in Form von Grund- und
Zusatzeinkommen (auf Grund der auf der rechtlichen Ebene festzusetzenden
Richtlinien, z.B. Bedürftigkeits- oder Leistungskriterien) sowie Investitionen
und Festsetzung angemessener Preise.“
EAPN Lëtzebuerg und MTK-IDEE möchten ab Herbst in Luxemburg, neben dem Thema „Konvent“, vor allem die Themen direkte teilnehmende Demokratie und solidarisches Grundeinkommen, in Form einer Negativsteuer, aufgreifen. Beide Themen fanden auch bereits bei Staatsminister Jean-Claude Juncker und der jetzigen Regierung Beachtung:
Das Thema „partizipative Demokratie“ griff Jean-Claude Juncker
in seiner Rede zur Lage der Nation am 3 Mai 2001 auf: „Bei hirem Untrëtt
huet d’Regierung hire Wëllen zum Ausdrock bruecht, aus eiser äifreger,
mä e bëssen agefruerener Demokratie eng ze maachen, déi
méi e partizipativen Touch hätt.En fait geet et net drëm,
der Demokratie e méi partizipativen Touch ze gin, hir gewëssermoossen
e Klaps op d’Schëller ze ginn. Wat mir wëllen, si basisdemokratesch
Strukturreformen, déi de Bierger, d’Politik an de Stat méi
enk mateneen a Beréierung bréngen.
Mir waarden op der Chamber hir definitiv Festleeungen zum Verfassungsreferendum,
deem Referendum also, iwwert deen de Vollekssouverain d’Verfassung vum
Land kann änneren. Wann dat Gerüst bis steet, befaasse mer d’Chamber
mat engem Gesetz iwwert d’Aféierung vun enger sougenannter Volleksinitiativ.
Dës soll enger bestëmmter Unzuel vu Wieler – mit haten un 10.000
geduecht – et erlaben eng Proposition de loi dem Parlament zouzestellen,
iwwert déi d’Chamber dann och muss befannen. Lehnt se dës Gesetzespropositioun
of, kann eng méi grouss Zuel vu Wieler e Referendum iwwert déi
Gesetzespropositioun erzwéngen.“
Und zum Thema „Negativsteuer“ schlug im Jahr 2000 die Privatbeamtenkammer deren Einführung vor. Positive Reaktionen kamen etwa von der Gewerkschaftsseite oder der Arbeiterkammer und die Regierung hat ein Gutachten des Wirtschafts- und Sozialrates (CES) zur Negativsteuer angefordert.
In Zusammenarbeit mit dem „Institut für mehr Demokratie und soziale Dreigliederung Luxemburg“ (Inititialunterzeichner des Aufrufes an das Konvent, die nationalen – und die Europaparlamentarier, sowie die EU-Kommission und den EU-Rat) wird die „European Referendum Campaign“ (www.europeanreferendum.org) unterstützt.
EAPN Lëtzebuerg nimmt auf Einladung des federführenden Familienministeriums ebenfalls am Prozess des „Plan d’action national – inclusion (PANincl)“ teil, der europaweit bis 2010 die Bekämpfung der Armut und der sozialen Ausgrenzung vorantreiben will zu Gunsten der ärmsten Mitbürger und der Randgruppen unserer Gesellschaft.
Zuletzt wird das „Luxemburger Sozial-Forum“ mitbegründet, das ein Teil des internationalen Netzwerks der Zivilgesellschaft ist, das im Anschluss an das Weltsozialforums in Porto Allegre im enststehen ist (http://homepages.internet.lu/forumsociallux). Eine Grundcharta ist der Eckpfeiler auf Grund dessen Vereinigungen aus den verschiedensten Ecken der Zivilgesellschaft mitarbeiten (ACC gegen die Arbeitslosigkeit, ATTAC Luxemburg, FNCTTFEL, Dritte Weltvereinigungen …).
Interessenten finden weitere Informationen unter www.mtk.lu/eapnlux
im Internet finden und Anfragen oder Kritiken können an die
Emailadresse eapnlux@internet.lu
senden.