Christine Janson : Fremde Haut

Christine Janson älteres Buch „Lust auf Liebe“ hatte ich nicht in schlechter Erinnerung. Nach ein paar Seiten des erotischen Romans „Fremde Haut“ fragte ich mich allerdings, ob die Welt ein solches Buch brauche. Meine Antwort ist eindeutig: NEIN. Ich würde es sogar zu den „Unbüchern“ des Jahres zählen. Passt die Rezension überhaupt in ein Magazin für Wesentliches, Lebenskunst, Weisheit und Heilung? Naja, gerade noch, wenn man die Geschichte unter  lebenskünstlerischen Aspekten betrachtet. Jeder Mensch soll ja ein Künstler sein!

Die Hauptdarstellerin des Buches will als Moderatorin einer Erotik-Talkrunde die Zuschauer mit ihrer ersten Sendung besonders anregen. Als Thema dazu hat sie ihre Lieblingsfantasie „Liebe zu dritt“ ausgewählt. Mit ihrem Freund und einer andern Frau will sie es selbst vor dem Sendetermin ausprobieren.

Es reihen sich endlose Sexszenen und Sextalks mühevoll aneinander: Nach einem erotischen „blind dinner“, einem Sextalk unter Freundinnen, einer Feriensexerinnerung, einem Sexfantasienaustausch, einer Sexpartnerininternetsuche, einem Sexgespräch am Pool, einer Cybersexerfahrung, einem Sexspielzeugverkaufstreffen, zwei gescheiterten Sexpartnerinnentreffen und einem Besuch im Stripclub kommt es endlich zum ersehnten Dreier. Wie bei jeder  Übertreibung kommt es auch beim Thema „Dauersex“ irgendwann zur Übersättigung. Das letzte Kapitel könnte man als erotische Kurzgeschichte ja noch durchgehen lassen, ansonsten  geht die  literarische Qualität des Werkes nicht über Romanzeitungsniveau hinaus. Der Austausch der Blicke der zwei Hauptdarsteller im letzten Kapitel ist für mich der Höhepunkt des Geschehens.

Wer folgende Auszüge erotisch oder erregend findet, dem ist das Buch vielleicht acht Euro wert „ ... stoß mich ... der vögelt sie ... füll all meine Öffnungen aus ... du darfst mich sogar von hinten ficken, du Mistkerl ... sein Schwanz in meiner Möse pochte ... mein Hengst ... fick mich hart du Tier ... du geiles Luder ... .“ So langweilig wie diese Aufzählung werden „anspruchsvolle Animas“ das ganze Buch finden. Nur ein „schussbereiter Animus“ wird vielleicht begeistert sein.

BEWERTUNG: LAU