Begegnungspunkte: „Humanistische und Transpersonale Psychologie, Anthroposophie und Dreigliederung des sozialen Organismus“
 

- Innere und äussere Entwicklungen -
Geld, direkte Demokratie und der MTK-Prozess :
Meditation, innere Transformation und soziale Kunst


Sind nicht innere menschliche Entwicklungen, die sich nicht in soziale Taten umsetzen, genau so nutzlos, wie äussere Worte und Taten , die nicht mit der inneren Wirklichkeit übereinstimmen ? Ist „Soziale Dreigliederung“ ohne Schulungsweg oder ein Schulungsweg ohne aktiver Einsatz für „soziale Dreigliederung“ stimmig ? Hat Meditation was mit Geld zu tun ? Hat innere Transformation was mit Demokratie zu   tun ? Hat Freiheit was mit sozialer Kunst zu tun ?

Das „neutrale Geld“ als Basis einer solidarischen Wirtschaft zur Bedürfnisbefriedigung aller Menschen

Wenn man sich den gesunden wirtschaftlichen Prozess vergegenwärtigt, der mittels der Verwendung der vorhandenen Fähigkeiten und unter Berücksichtigung der bestehenden Gesetze die natürlichen Bedürfnisse der Menschen befriedigt, kommt das Geld zunächst gar nicht vor. Was ist denn  das Geld? Geld ist ein Rechtselement und dient dem Ausdruck des  Wertverhältnisses der geschaffenen Produkte. Geld selbst sollte keinen Warencharakter besitzen. Es müsste nur als öffentlich anerkanntes neutrales Verkehrsmittel zwischen den Produzierenden und den Konsumenten im Umlauf sein, statt privates Spekulationsobjekt zu sein.

In einer dreigliedrigen Gesellschaft, mit einem freien Geistesleben, einem auf Gleichheit beruhenden Rechtsleben und einem brüderlichen Wirtschaftsleben, stellt sich Rudolf Steiner die gemeinsamen Finanzangelegenheiten der drei autonomen Bereiche als übergeordnet zu regeln vor. Geld soll dem ganzen sozialen Organismus dienend zur Verfügung stehen.

Das Geld ist aber gegenwärtig in dem Sinn nicht neutral, indem es nämlich gegenüber anderen Waren einen „Jokervorteil“ hat. Es kann nicht verderben (es „altert“ nicht), braucht kaum Speicherplatz,  ist gegen fast alles austauschbar und der  Einsatzzeitpunkt ist frei bestimmbar. Diejenigen aber, die es sich leisten können das Geld aus dem gesunden Umlauf herauszuhalten, um egoistische Gewinne zu erzielen, müssen  nicht für diesen an sich unsozialen Akt eine Gebühr (etwa eine an die Allgemeinheit zu zahlende „Liquiditätsabgabe“) entrichten, sondern werden auch noch mit Zinsen belohnt. Durch die Zinseszinsen kommt es dann zu einer krebsartigen Entwicklung (exponentieller Wachstum), die den stetigen Anstieg der Armut auf Kosten weniger Privilegierter fördert. Der Spruch „das Geld arbeitet für mich“ bedeutet in Wahrheit, dass jemand den Gegenwert mit seiner Arbeit produzieren muss. Weiter sind Überverschuldung einzelner Menschen und ganzer Staaten, vor allem in der dritten Welt, sowie die Naturzerstörung, aufgrund des mit der Zinsproblematik zusammenhängenden nötigen stetigem Wirtschaftswachstums, eine logische Folge.

Durch öffentlich und privatwirtschaftlich getätigte zu verzinsende Schulden versteckt sich in jedem Preis ein grosser Prozentsatz an versteckter Zinszahlung. Ohne diese wären die Preise niedriger, das heisst  die Kaufkraft wäre dementsprechend grösser oder die Menschen könnten weniger arbeiten, was ihrer freien Entwicklung (Fortbildung) oder ihrem Miteinander (Gestaltung der Gesellschaft) zu Gute käme.

Ist ein Wandel in Richtung „neutrales Geld“ nicht eine Utopie? Viele Autoren wie Helmut Creutz, Silvio Gesell, Udo Herrmannstorfer, Margrit Kennedy, Bernard Lietaer, Werner Onken, Wilhelm Schmundt oder Dieter Suhr schlagen mehr oder weniger gangbare Alternativen zur ungesunden aktuellen Situation vor und veröffentlichen eindeutige Zahlen, die die aktuellen Entwicklungen und Verknüpfungen deutlich belegen.

Das „Bürgergeld“- Grundeinkommen (Schenkungsgeld) als Basis für die Förderung der Entwicklung der individuellen Fähigkeiten: vom Fähigkeits- zum Wirtschaftswert

Mit „Bürgergeld“ ist ein Einkommen gemeint, das man erhält, weil man lebt, nicht  um zu überleben. Ein menschenwürdiges Leben für alle muss durch die Einführung eines garantierten Grundeinkommens d.h. eines allgemeinen Basiseinkommens für alle ohne Vorbedingungen möglich werden. Es müsste die Grundbedürfnisse nach Ernährung, Bekleidung, Wohnung , Kranken- und Pflegeversicherung abdecken. Dies würde die minimale notwendige  Basis für die Ausübung einer freien individuellen Entfaltung bedeuten. Dass dies finanzierbar ist haben die betroffenen Experten längst geklärt und steht ausser Frage. Ausserdem würde das weltweit Produzierte, wäre es gerecht verteilt, genügen um allen Menschen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.

Zunächst würden die Schwächsten der Gesellschaft, die Menschen die arbeitslos, krank, behindert, unqualifiziert ... wären, davon profitieren. Aber auch all diejenigen, die im Moment nicht bezahlten Tätigkeiten nachgehen: Hausarbeit, Kindererziehung, Krankenpflege, Aus- und Weiterbildung, ehrenamtliche Verrichtungen, künstlerische Betätigungen ….  Ein weiterer Vorteil wäre, dass nicht mehr irgendwelche Arbeit um jeden Preis angenommen werden müsste. Vor allem die aktuellen Mindesteinkommens- und Sozialhilfeempfänger hätten wieder  die notwendige Freiheit bei der Suche nach einer Arbeit oder sinnvollen Tätigkeit. Eigene Vorschläge würden berücksichtigt werden, anstatt dass man ihnen all zu oft Arbeiten überstülpt. Man könnte als vollberechtigter Mitarbeiter bei bestehenden Initiative mitwirken oder selbst neue begründen. Ungenützte Fähigkeiten könnten sich sich entfalten. Ausserdem  würde das Bürgergeld manche menschenunwürdigen und stigmatisierenden  Behördengänge und deren Finanzierung (Verwaltungskosten) ersparen. Auch die Folgekosten der Probleme der von Existenzängsten Betroffenen (Medikamente, Alkohol, Steuerausfall …) wären deutlich geringer.

Mehr Lebensqualität, aber auch freie Entwicklungsmöglichkeiten der Fähigkeiten und ihrer kreativen Entfaltung wären ein Gewinn für alle. Konkrete Vorschläge (z.B. negative Steuern) von Seiten der Forschung und der Politik gibt es bereits. Z.B.das „Basic Income European Network (BIEN)“ bemüht sich um die europaweite Einführung des Bürgergeldes auf individueller Basis ohne Vorbedingungen oder aufgezwungene Arbeitsverpflichtungen.

Das „Bürgergeld“ ist also eine Investition in die Fähigkeiten jedes einzelnen Menschen, (Fähigkeits-Wert). Diese schaffen durch Taten (Warenherstellung, Dienstleistung) zur Befriedigung von Bedürfnissen anderer Mitmenschen Wirtschaftswerte. Hierbei ergänzen sich Nehmen und Geben.

Die dreistufige Bürgergesetzgebung als Basis des demokratischen Rechtsstaates 

In einer Gesellschaft kommt es aber nicht nur auf die Benutzung der individuellen Fähigkeiten zur  Bedürfnisbefriedigung der einzelnen Menschen an, sondern die Fähigkeiten können auch dazu dienen, Gestaltungsvorschläge des gesellschaftlichen Geschehen zu erarbeiten.

Eine demokratische Rechtsordnung muss im Bewusstsein der darin lebenden Menschen abgebildet sein, sonst wird sie als künstlich und bürokratisch empfunden.  Der Mensch sollte im Zentrum der Gesellschaftsordnung stehen und bewusst an ihrer Entwicklung teilhaben. Diese kreativ-spirituelle Dimension ist einlösbar durch die freie Beteiligung an der Möglichkeit der direkten Demokratie. Unter Direkte Demokratie wird die Bürgergesetzgebung, die die grundsätzlichen Strukturveränderungen einleitet, verstanden. Man kann Entscheidungen nur dann wirklich mittragen, wenn man nach Möglichkeit an deren Entstehung in Eigenverantwortlichkeit mitgewirkt hat. Die Bürger und Bürgerinnen als Souverän, können dann durch die ergänzende Arbeit des Parlamentes entlastet werden.

Direkte Demokratie, wie sie hier verstanden wird , meint  weder demagogisch gesteuerte Referenden, noch Volksbefragungen zur politischen Manipulation  zugunsten von Oppositionsparteien. Das adäquate Instrument ist die von den Bürgern ausgehende dreistufige Bürgergesetzgebung, zur Verbesserung bestehender oder zum Vorschlagen neuer Gesetze.

Die drei Stufen der vorgeschlagenen Bürgergesetzgebung bestehen aus „Initiative“, „Begehren“ und „Abstimmung“.

In der ersten Initiativphase macht eine bestimmte Zahl von Bürgern einen Vorschlag für ein Gesetz inklusive Begründung. Wird dieser in einer festgesetzten  Zeit nicht vom Parlament angenommen, wird in einer zweite Phase , das Bürgerbegehren eingeleitet. Während dieser zweiten Phase werden alle Betroffenen umfassend  informiert und können  über die Vor- und Nachteile des Vorschlages debattieren. Dabei ist der gleichberechtigte Zugang zu den Medien eine unabdingbare Voraussetzung. Da diese  Phase für den  Bewusstseinsprozess ausschlaggebend ist, beansprucht sie einen angemessenen, nicht zu kurzen, Zeitraum. Auch darf die Zahl der benötigten Unterschriften nicht so hoch angesetzt sein, dass das Instrument nicht indirekt funktionsunfähig wird. Wird die vorher festgelegte Zahl der Unterschriften zur Unterstützung des Begehrens erreicht, kommt es in einer dritten Phase zu der bindenden  Abstimmung.

Die Einführung der dreistufigen Bürgergesetzgebung sollte nach dem gleichen Modell erfolgen, denn die Bürger und Bürgerinnen sollen selbst entscheiden, ob sie mehr mitbestimmen wollen oder nicht.

Die gleichberechtigte demokratische Mitbestimmung in Form der dreistufigen Bürger- oder Volksgesetzgebung wird schon seit den 60er Jahren vom Kulturzentrum Achberg, zum Teil in Zusammenarbeit mit Joseph Beuys, sowie neueren Initiativen (Mehr Demokratie e.V.,  Omnibus – Gemeinnützige GmbH für Direkte Demokratie, Initiativ-Gesellschaft EuroVision) propagiert. Nach Beuys ist jeder Mensch ein Künstler (erweiterter Kunstbegriff), indem er seine Kreativität lebt und bewusst an der Gesellschaftsgestaltung („die soziale Skulptur“) mitwirkt.

Neutrales Geld, Bürgergeld und direkte Demokratie als Basis einer dreigliedrigen Gesellschaft ?

Direkte Demokratie in Form einer bewussten Verantwortungsübernahme für die gesellschaftliche Entwicklung durch informierte, gleichberechtigte Bürger könnte als Basis des demokratischen Rechtslebens (der Demokratie) dienen.

Hätten die Bürger sich für diesen Weg ausgesprochen, könnten zwei weitere Rechtsfragen als Bürgergesetzesinitiativen zur Debatte stehen, um die Realisierung der Ziele in den anderen beiden gesellschaftlichen Gliedern (Geistes- und Wirtschaftsleben) zu fördern. Beide hängen mit dem Thema Geld zusammen, denn das Recht sollte vor das Geld gestellt werden und nicht umgekehrt:

- Bürgergeld als bedingungsfreies Einkommen für alle, als Basis für die individuelle Freiheit im Geistesleben.
- Regelung der Fragen die mit einem neutralen Geld zusammenhängen (u.a. Zinsproblematik) als Basis für Solidarität im Wirtschaftsleben.
 

Die „Hörschritte im MTK-Prozess“ (Bewusstseinsschritte) als ein möglicher Weg zur Prüfung konkreter Handlungvorschläge
 

Es genügt aber nicht gute Vorschläge zu machen und sie in sinnvolle Taten umzusetzen. Es geht um einen zusätzlichen, bewussten inneren Entwicklungsweg aller Beteiligten. Der „innere Schulungsweg“ und die damit einhergehende erweiterte Bewusstwerdung ist die Voraussetzung für die äussere Gestaltung.

Dazu dienen die drei  „Hörschritte im MTK-Prozess“. Sie ermöglichen es Impulse, Ideen und Vorschläge zum gesellschaftlichen Entwicklungsprozess auf ihre „Stimmigkeit“ zu prüfen. Dieser Prozess soll mittels Meditation, Transformation und Kommunkation den Weg für verantwortungsvolle Handlungen ebnen.

Hindernisse bei der Entfaltung der äusseren Taten und Handlungen

Um den „MTK-Prozess“ richtig zu verstehen, ist es wichtig zunächst die Hindernisse auf dem angestrebten Weg zu betrachten. Eine der Schwächen unserer Zeit ist es, dass viele  Menschen  zu sehr das Produkt äusserer Ereignissse werden. Sie sind   passiv – reaktiv, lieben ihre Gewohnheiten, anstatt bewusst aktiv und in Freiheit gestaltend zu wirken. Sowohl Bewusstwerdung als auch Umsetzung von Ideen kostet  Arbeit und Mühe . Daran führt kein Weg vorbei. Einfacher ist es da, sich von vorgegebenen und autoritären Meinungen von Parteien, Gewerkschaften, Sekten, Ideologien  usw. leiten zu lassen. Aber Menschsein bedeutet vor allem individuelle Freiheit und Verantwortung, weil darin unterscheidet sich der Mensch vom Tier, das abhängig von  Instinkten und artgerechten Verhaltensmustern ist.

Vorurteile , geistige Enge , Ängste , irrealistische Wunschträume und Illusionen stören  den natürlichen Rhythmus jeder Entwicklung und stellen ein Verhaften in einem Extrem dar, das jede offene Beurteilung der Wirklichkeit und des „Zeitgeistes“ verhindert.

Karlfried Graf Dürckheim geht auf  die Zeitprobleme ein, in dem er von drei Hauptängsten spricht:

- die Angst vor der Sinnlosigkeit, die entsteht, wenn die persönlichen Fähigkeiten sich nicht entfalten können,  die ein klares Denken verhindert und der Illusion in Form von  Ideologien somit Vorschub leistet
- die Angst vor Alleinsein, die aus Störungen im Bereich der Beziehungen, des „Zueinander Fühlens“ erwächst und die nicht durch die Illusion der Rettung durch den Partner oder durch Kinderwünsche behoben werden kann (Beziehungsillusionen)
- die Angst vor körperlicher Zerstörung (z.B. in Form von Berührung, Verletzung, Krankheit, Tod) die nicht durch das Wollen in Form von materiellen Bedürfnisbefriedigungen gelindert werden kann (Materialismus als Illusion).

Der  MTK-prozess als Weg von der Einsicht zur Tat

Nach der Betrachtung der Hindernisse, soll zum besseren Verständnis des „MTK-Prozesses“ die „Quadrantenlehre“ des Philosophen Ken Wilbers, Verfechter eines ganzheitlichen Handelns und einer integralen Psychologie, vorgestellt werden.  Wilber hat Entwicklungstheorien und Entwicklungsprozesse in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeitpunkten untersucht. Dabei  fand er u.a. heraus, dass sich jede Entwicklungsstufe auf vier Ebenen, die er als vier „Quadranten“ bezeichnet,  gleichzeitig abspielt. So geschieht auch die  menschliche Entwicklung einerseits auf der inneren Ebene, dazu gehören die Quadranten, „innerlich-individuell“ und „innerlich-sozial (kulturell)“ und andererseits auf der äusserlichen Ebene, die Quadranten „äusserlich-individuell“ und „äusserlich-sozial“.

Auf der innerlichen Ebene geht es um Einsicht, Erkenntnis, Bewusstsein, Klarheit also um innere Erfahrungen. Auf der äusserlichen Ebene geht es um Handeln, Umsetzung, Taten, Arbeit, Gestaltung, das heisst um Weltverantwortung. Man kann das auch die Verbindung des „inneren transpersonalen Kerns“ mit der Verantwortung für  gesellschaftlich-soziales und ökologisches Handeln  nennen.

Der MTK-prozess besteht aus  drei Hörschritten auf dem Weg von der Idee zur konkreten Tat (äusserlich-individuelle Ebene).

Am Anfang steht eine Idee, z.B. zur Gestaltung einer dreigliedrigen Gesellschaft, die auf ihre Stimmigkeit geprüft werden soll:

- der erste Hörschritt besteht im „transpersonalen-innerlichen Hören“ in Form einer Meditation der Idee
- der zweite Hörschritt besteht im „personal-innerlichen Hören“ in Form des „Focusing“, d.h.der Transformation der innerlich körperlich gespürten Resonanz der Idee, in eine bewusste persönliche Stellungnahme
- der dritte Hörschritt besteht im „interpersonal-äusserlichen Hören“ in Form der Kommunikation, der Diskussion und des Hörens auf die Resonanz der Idee bei den andern Betroffenen (äusserlich soziale Ebene)

Ich meditiere : loslassendes DENKEN

In einem ersten Schritt kann ich die Idee in der Verankerung  im  transpersonalen Bewusstseinsraum meditieren.

Die Verankerung des menschlichen Wesens auf einer „höheren“ Ebene wird sehr schön bei Dürckheim beschrieben.  Karlfried Graf Dürckheim sagt, der Mensch sei doppelten Ursprungs, er habe einen himmlischen und einen irdischen Ursprung. Der Mensch, der gleichzeitig  Bürger zweier Welten ist, lebt im Spannungsfeld zwischen seinem „Welt-Ich“ (Alltags-Ich, weltliche Persönlichkeit) und seinem „Wesen“ (Höheres-Ich, transpersonaler Kern, Gott in mir …) . Laut Dürckheim hat der Mensch einen doppelten Auftrag: nämlich den der Gestaltung der Welt in seinen Werken und den der Reifung auf seinem inneren Weg. Auf einer vertikalen Dimension steht der Mensch in Verbindung mit den andern Menschen, auf der horizontalen in Verbindung zu dem „transpersonalen Bewusstseinsraum“ (göttlicher Wesensgrund, universelles Energiefeld, das absolute Sein …). Jeder kennt , bewusst oder unbewusst, solche Momente, in denen sich ein Einbruch einer anderen Dimension in die gewöhnliche Welt meldet. Solche „Seins-Fühlungen“, wie Dürckheim sie nennt, kann man überall erleben, so etwa in der Natur, der Kunst oder der Erotik. Grössere Seinserfahrungen macht der Mensch in jenen Bereichen, in denen die oben genannten Hauptängste der Menschen liegen. Diese Erfahrungen erlebt der Mensch meist zunächst als bedrohliche Krise.
 
Als meditative Haltung ist das aufrechte Sitzen zu empfehlen. Der meditierende Mensch lässt los, lässt sich atmen, lässt sich nieder, zentriert im Unterbauch und kann so einswerden mit dem, was ihm aus der horizontalen Dimension entgegenkommt. Was er tun kann, ist  sich bereit machen und warten auf das, was da kommen will.   Er kann das göttliche Berührtwerden  nicht erzwingen, ihm nur einen Schritt entgegengehen . Meditierend kann er sich eine Schale im Unterleib vorstellen, in die er die Idee, mit der er sich beschäftigt, hineinlegt und hören was die transpersonale Stimme dazu zu sagen hat.

Ohne ein intensives Erkenntnisbemühen in besinnendem, gleichsam “meditativen“ Verfahren muss alles Mühen um ein Überwinden der sozialen Krisen hoffnungslos bleiben.“ (Wilhelm Schmundt)

Ich transformiere („fokussiere“): empathisches FÜHLEN

Im zweiten Hörschritt  lasse ich innerlich die Idee auf mich wirken, indem ich sie  fokussiere. Die von Gene Gendlin eingeführte Technik des „Focusing“  lenkt die Aufmerksamkeit auf das körperliche Erleben  im Brust-Bauchraum und beobachtet zunächst wie die Idee sich innerlich anfühlt, was sie auslöst. Dieses Erleben  ist zunächst oft recht unbestimmt und verschwommen. Es wird das „Felt Sense“ (gefühlter Sinn) genannt. Anschliessend versuch ich es mit einem Bild, einem Gefühl oder einem Gedanken zu verbinden . Diese Reaktionen auf das Erleben vergleiche ich wieder mit meinem  inneren Erleben und bin sehr aufmerksam auf kleinere Veränderungen . Nichts soll überstürzt werden. Das Herangehen an diesen Felt Sense kann mit der behutsamen Begegnung mit einem scheuen Reh verglichen werden. Dieses innere Erleben und der Vergleich mit den expliziten Gedanken, Bildern ...  mache ich solange bis das Implizite und das Explizite übereinstimmen. In dem Fall ist eine innerlich spürbare Erleichterung, eine Art Aha-effekt vorhanden, den Gendlin „Felt Shift“ nennt. Jetzt ist der kleine Erkenntnisschritt stimmig und bewusst. So kann man auf der personalen-inneren  Ebene jede Idee beleuchten und ihr zuhören, was sie zu sagen hat. Stimmt das körperliche Fühlen mit den Gedanken und Bildern zur Idee überein, ist das unbestimmte innere Erleben  in ein bewusstes  Wissen transformiert worden.
Der Focusing-Prozess ist eine Art innerer Skulptur im Sinne von Beuys: etwas Unbestimmtes, Chaotisches kommt in Bewegung, wird transformiert und erhält eine bewusstere Form.

Ich kommuniziere: gegenseitiges WOLLEN

Im dritten Hörschritt kann ich dann die Resonanz der anderen Menschen auf die Idee hören, vorausgesetzt ich höre wirklich zu (vgl.oben : dritter Schritt der Bürgergesetzgebung). Die Diskussion mit den andern darf nicht nur aus einem Argumentenaustausch bestehen. Die Kommunikation muss Mitgefühl und Empathie walten zu lassen (vgl.Carl Rogers). Auf dieser Ebene geht es um globales Denken, um Vernetzung und einem wirklichen Austausch mit den Mitbürgern.
 

Das verantwortliche Handeln: Ich agiere

Nach dem Durcharbeiten der drei Hörschritte und der damit einhergehenden inneren Klärung, kann die gewonnene Erkenntnis zum „Lokalen Handeln“ führen. Nun kann der Einzelne bewusst seine Verantwortung übernehmen und mithelfen die Idee praktisch umzusetzen. Innere Freiheit wird zur äusseren Verantwortung.
 
Jetzt ist der Punkt gekommen, wo jeder sowohl individuell, aber auch alle gemeinsam handeln müssen, um die Erkenntnisse in der irdischen Wirklichkeit Realität werden zu lassen. Inneres Bewusstsein und Weltverantwortung, Himmel und Erde werden an diesem Punkte vereint.

Ob die Zeit reif ist für eine  bewusste Ausgestaltung einer dreigliedrigen Gesellschaft, muss zunächst jeder für sich entscheiden. Ein bewusstes, verantwortungsvolles, spirituellinspiriertes „Mensch-Sein“ in einer sich entwickelnden  Welt steht vor uns, wir müssen es nur wollen, es gemeinsam erfühlen, es klar denken und es dann gestalterisch umsetzen :

 « Dreigliederung des sozialen Organismus ist ein Leitbild für die gesellschaftliche Entwicklung. Es knüpft an die unmittelbare Menschennatur an. Jeder Mensch kann die Urgedanken hinter diesem Leitbild in sich selber finden. Insoweit der Mensch danach strebt, das soziale Leben im Sinne dieses Leitbildes zu gestalten, verwirklicht er sich als freier Mensch und macht die Freiheit anderer möglich. »
 
                                           (zitiert nach Lex Bos, Was ist Dreigliederung des sozialen Organismus ?)

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LITERATUR

Beuys, Josef:
    - Was ist Geld? Eine Podiumsdiskussion,  FIU-Verlag, Wangen, 1991
    - Ein kurzes erstes Bild von dem kon-kreten Wirkungsfelde der Sozialen
      Kunst, FIU-Verlag, Wangen, 1997
Dürckheim, Karlfried Graf:
    - Hara- die Erdmitte des Menschen, O.W.Barth Verlag, Bern, 1954
    - Weg der Übung, N.F. Weitz Verlag, Aachen, 1988 (2 Bände)
Gendlin, Eugene:
    - Focusing, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1998
    - Focusing-orientierte Psychotherapie, PfeifferVerlag, München, 1998
Groff, Alfred:
   - Transpersonale Gesprächspsychotherapie, Psynfo - Zeitschrift der luxemburgischen
     Gesellschaft für Psychologie, 74-75 (S.15-26), 1997
   - Schaffen wir das Arbeitslosengeld ab?! Personenzentrierte-transpersonale
     Sozialarbeit, Lëtzebuerger Journal, no. 188 (S.6-7), 2000
Rogers, Carl:
   - Eine neue Definition von Einfühlung. In: P.Jankowski u.a. (Hrsg.) Klientenzentrierte
     Psychotherapie heute, Hogrefe Verlag, Göttingen 1976 (S.33-51)
Steiner, Rudolf:
   - Die Philosophie der Freiheit, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1894
   - Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?, id.., Dornach, 1904
   - Die Kernpunkte der sozialen Frage,id., Dornach, 1919
Wilber, Ken:
   - Eine kurze Geschichte des Kosmos, Fischer Verlag, Frankfurt/M., 1997
   - Integrale Psychologie, Arbor Verlag, 2001
   - Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag, 2001

www-LINKS

Soziale Dreigliederung

Institut für soziale Dreigliederung: www.dreigliederung.de  (deutsch, english, français)
Institut für soziale Gegenwartsfragen / Netzwerk Dreigliederung: www.sozialimpulse.de (deutsch)
Bewegung für soziale Dreigliedrung: http://bewegung.virtualave.net (deutsch)
3 LINK: www.3link.de (deutsch)
Medianum Achberg: www.medianum.org (deutsch)
Threefolding the Social organism: www.threefolding.freeuk.com (english)
Center for Alternative Development Initiatives: www.cadi.ph (english)
Luxemburger Transpersonale Gesellschaft: http://homepages.spider.lu/mtk/socialthreef (english) und www.mtk.lu/idd

Bürgergeld

Basic Income European Network (BIEN): www.etes.ucl.ac.be/BIEN/bien.html (english)
Menschenwürdiges Leben: http://www.vobs.at/asav/pax1.htm (deutsch, english)
Negative Einkommenssteuer: www.see-you.at/arnold/index.html (deutsch)
Forum Bürgergeld: http://www.uni-ulm.de/~hpelzer/BG/Text/Titel.html (deutsch)
Citizen's Income: www.citizensincome.org (english)
Basic Income Guarantee (BIG):  www.widerquist.com/usbig/home.html (english)
Universal Basic Income New Zealand: www.geocities.com/~ubinz (english)
Support Income: www.satcom.net.au/supportincome (english)
The Futurework: www.fes.uwaterloo.ca/Research/FW (english)

Direkte Demokratie

Mehr Demokratie e.V. : www.mehr-demokratie.de (volksentscheid.de) (deutsch)
Omnibus : www.omnibus.org (deutsch)
www.forschungsstelle-direkte-demokratie.de (Uni Marburg)  (deutsch)
Schweizer  Forum für Direkte Demokratie: http://europa.crossnet.ch  (deutsch)
Network Direct Democracy Initiatives in Europe : http://home.t-online.de/home/nddie/home~1.htm (english)
IRI Europe: http://www.iri-europe.org (english)
Petitons : www.thePetitionSite.com (english)
Euro Vision : www.IG-EuroVision.org (english)
Government by the People : www.vote.org (english)
Canadians for Direct Democracy : www.npsnet.com/cdd/ (english)

Neutrales Geld (u.a im Artikel genannte Autoren)

Geldreform (Creutz, Gesell, Kennedy, Onken, Suhr...): www.geldreform.de (english, deutsch)
Portal zur Freiwirtschaft: www.geldreform.net  (deutsch)
Arbeitslosigkeit d. einen Systemfehler unseres Geldes?: http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/knauer (deutsch)
Freigeld: www.freigeld.de (deutsch)
INWO: www.inwo.org (deutsch)
Natürliche Wirtschaftsordnung: www.nwo.de (deutsch)
Equilibrismus: www.equilibrismus.de (deutsch)
Christen für gerechte Wirtschaftsordnung: www.cgw.de (deutsch)
Bernard A.Lietaer: www.futuremoney.de (deutsch) www.transaction.net (english)
Helmut Creutz: Das Geld-Syndrom: http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/  (deutsch)
www.anjora.de/creutz/index.html
Dieter Suhr:  Arbeitslosigkeit: www.sffo.de/suhraapwd.html (deutsch) Neutrales Geld: www.sffo.de/suhrnngd.html
(deutsch)
Seminar für freiheitlicheOrdnung: www.sffo.de  (deutsch)
International Forum on Globalization: www.ifg.org (english)
Geldmuseum : www.moneymuseum.com (english)
Love and Money: http://love-or-money.org (english)